Frau nimmt Antidepressiva

Wie lange dauert es, bis Antidepressiva aus dem Körper ist?

Antidepressiva sind Medikamente, die Depressionen behandeln und in den verschiedensten Formen erhältlich sind. Welche Art von Antidepressiva verschrieben wird, entscheidet der Arzt, doch bleibt trotzdem die Frage: Wie lange dauert es, bis Antidepressiva wieder aus dem Körper ist?

Antidepressiva bleibt 3 Tage im Körper

Der Abbau von Antidepressiva im Körper verhält sich genauso wie der Abbau von Narkose. Hier bestimmt die Halbwertszeit, wie lange es dauert, bis die Hälfte des Wirkstoffes aus dem Körper ist.

Der Großteil der in Deutschland verwendeten Antidepressiva hat eine Halbwertszeit von 12 Stunden. Das bedeutet, dass Antidepressiva nach 3 Tagen zu 99% aus dem Körper ist. Da sich der Wirkstoff alle 12 Stunden immer nur halbiert, erreicht der Abbau nie die vollen 100%, allerdings ist diese Menge dann bereits so gering, dass es keine Auswirkungen mehr auf den Körper hat.

Länger speichert der Körper die Wirkstoffe des Antidepressiva nicht. Es ist somit auch nicht entscheidend, wie lange das Antidepressiva bereits regelmäßig eingenommen wurde.

Abhängigkeit durch Antidepressiva?

Hier handelt es sich um eine komplexe Frage, die nicht mit einem klaren “Ja” oder “Nein” beantwortet werden kann.

Aus Sicht der klassischen Definition von Sucht lautet die Antwort “Nein”. Diese besagt nämlich, dass die Wirkstoffe das Sucht- und Belohnungszentrum ansprechen. Dadurch verlangt der Körper immer mehr und er wird “süchtig”. Im Vergleich zu Alkohol und Drogen haben mehrere Studien ergeben, dass das bei Antidepressiva nicht der Fall ist.

Allerdings können sogenannte “Absetzprobleme” auftauchen, die einem Suchtverhalten sehr ähnlich sind. Deshalb spricht man bei Antidepressiva oft fälschlicherweise von Abhängigkeit und Sucht.

Experten vergleichen diesen Sachverhalt auch gerne mit einem Blutdruckmittel. Nimmt ein Patient jahrelang ein Blutdruckmittel zur Blutdruckregulierung ein, wird der Blutdruck wieder rasch steigen, wenn die Medikamente abgesetzt werden. Dies führt natürlich zu Problemen, die als “Absetzprobleme” beschrieben werden. Von einem Suchtverhalten im Körper würde man hier allerdings nicht sprechen.

Diese “Absetzprobleme” können durchaus auch bei Antidepressiva auftreten und die Erfahrungen zeigen, dass das auch häufig vorkommt. Der Körper reagiert auf das plötzliche Ausbleiben des Wirkstoffes mit Unwohlsein, Gereiztheit und komischem Temperaturempfinden. In diesem Fall ist es wichtig, dass man das Medikament langsam “ausschleicht”, also die Dosis Schritt für Schritt reduziert.

Es gibt allerdings auch Antidepressiva, die ein klares Suchtpotenzial aufweisen und somit die Frage nach der Abhängigkeit mit einem klaren “Ja” beantworten. Die Wirkstoffe dieser Medikamente bekämpfen vor allem Schlafstörungen und Angstzustände. Als Beispiel gelten hier die Benzodiazepine, die aufgrund ihres hohen Suchtpotenzials sehr stark zum schlechten Ruf von Antidepressiva im Allgemeinen beigetragen haben.

Wie lange dauert es, bis Antidepressiva wirken?

Das ist je nach Art des Wirkstoffes unterschiedlich. Die Frage: Wie lange brauchen Antidepressiva bis sie wirken kann also nicht eindeutig beantwortet werden. Generell spricht man allerdings von 8 Tagen bis zu 3 Wochen, bis die ersten Wirkungen des Medikaments sichtbar werden.

Da es sich hier um ein höchst sensibles Medikament handelt, das es in den verschiedensten Formen und Wirkstoffen gibt, ist hier unbedingt die Fachmeinung eines Arztes heranzuziehen. Dieser kann zu den verschriebenen Antidepressiva eine konkrete Aussage machen, ab wann sie wirken und wie stark ihr Suchtpotenzial ist und zu welchen “Absetzproblemen” es kommen kann.

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Bildquelle: fizkes / www.bigstock.com



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