Wie lange ist Alkohol im Blut nachweisbar anhand der Leberwerte?

Wer kennt das nicht, eine feuchtfröhliche Nacht mit Freundinnen und Freunden, wo auch mal etwas mehr Alkohol getrunken wird und man einfach mal richtig einen drauf macht. Doch stellt sich danach die Frage, wie lange der konsumierte Alkohol im Blut noch anhand der Leberwerte tatsächlich nachweisbar ist.

Alkohol im Blut: Anhand der Leberwerte bis zu 30 Tage nachweisbar

Der Alkoholgehalt einer Person kann über die Atemluft sehr schnell gemessen werden, weshalb diese Methode sehr gerne bei Verkehrskontrollen zur Anwendung kommt. Doch auch unser Blut verrät, ob wir Alkohol in großen Mengen konsumiert haben oder nicht.

Konkret wird mit Hilfe eines Bluttests der Leberwert untersucht, wodurch der Konsum von Alkohol festgestellt werden kann. Der untersuchte Wert im Blut nennt sich dabei CDT (Carbohydrate-Deficient Transferrin). Dieser Wert gibt sehr zuverlässig Auskunft über Alkohol im Blut.

Zuverlässig ist dieser Wert deshalb, weil der Alkoholgehalt noch sehr lange nach dem letzten Schluck festgestellt werden kann. Bis zu 30 Tage ist Alkohol anhand des CDT-Wertes nachweisbar. Generell behält CDT den Alkohol sehr lange im Körper und ist sehr empfindlich. Bereits nach  zwei Liter Bier oder ein halben Liter Wein ist der CDT-Spiegel stark erhöht. Erst nach 17 Tagen beginnt es, den Alkohol wieder abzubauen. Somit dauert es bis zu einem Monat, bis der Wert wieder auf sein Normalniveau zurückkehrt. Erst danach ist Alkohol im Blut anhand der Leberwerte nicht mehr nachweisbar.

Alkohol im Blut mit anderen Methoden bis zu 3 Monate feststellbar

Die Messung des CDT gilt als einer der zuverlässigsten Methoden, Alkohol im Blut anhand der Leberwerte festzustellen. Allerdings gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten, die auch gerne in der Praxis eingesetzt werden.

Zum Einen ist das der GGT-Spiegel. GGT gilt als ein sehr empfindliches Enzym, das sehr schnell in die Höhe schießt, wenn Alkohol konsumiert wird. So benötigt es nur sehr wenig Alkohol, der diesen Wert erhöht, und der Abbau dauert im Gegensatz sehr lange. Nach zwei Liter Bier ist der Spiegel für 25 Tage erhöht. Danach ist erst die Hälfte wieder abgebaut. Diese lange Abbauphase führt dazu, dass Alkohol im Blut durch GGT noch zwei bis drei Monate nach dem letzten Alkoholkonsum nachgewiesen werden kann.

Durch die Empfindlichkeit dieses Enzyms erhöht sich der Wert allerdings nicht nur bei Alkoholkonsum, sondern auch bei Einnahme bestimmter Medikamente. Auch Übergewicht kann zu einem erhöhten GGT-Wert führen. Deshalb ist ein erhöhter GGT-Wert kein absoluter Beweis für Alkohol im Blut und wird als solches vor Gericht auch nicht anerkannt. Es wird lediglich als Indiz dafür hergenommen, um weitere Untersuchung durchzuführen.

Ein weiterer Wert, mit dem Alkohol festgestellt werden kann, ist MCV. MCV misst die Größenveränderung der roten Blutkörperchen. Durch Alkoholkonsum steigt das Volumen dieser Blutzellen an.

Genauso wie der GGT-Wert ist die MCV-Messung ohne weitere Untersuchungen allerdings ungeeignet und wird deshalb nur als Ergänzung mit dem CDT und dem GGT-Wert verwendet.

MCV kann noch bis zu drei Monate nach dem letzten Alkoholkonsum erhöht sein und wird deshalb gerne für langfristige Untersuchungen verwendet. Dabei kommt er zum Beispiel bei eine Medizin-Psychologischen Untersuchung sehr gerne zum Einsatz.

Neben der Blutuntersuchung kann Alkohol auch im Urin nachgewiesen werden.

Wie lange dauert es, bis sich Leberwerte normalisieren?

Deine Leber produziert lebensnotwendige Proteine, speichert Kohlenhydrate und Vitamine, produziert Galle, und scheidet giftige Stoffe aus. Sie befindet sich unter deinem Zwerchfell und normalerweise spürst du sie nicht. Doch sind deine Leberwerte einmal stark erhöht, solltest du das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn sich zu viel Fett an deiner Leber ansammelt, kann das im Schlimmsten Fall sogar die Folgen Leberzirrhose oder Krebs haben.

Es gibt eine Menge Risiken, die deine Leber schädigen können. Übergewicht, eine zu fetthaltige Ernährung, Alkohol oder Medikamente können deine Leberwerte erhöhen.

Sind die Werte zu hoch, kannst du sie, je nach Ursache, nur durch eine dauerhafte Umstellung deiner Essgewohnheiten, bewusster Ernährung, Diäten, Verzicht auf Alkohol oder Weglassen leberschädigender, medizinischer Präparate wieder senken. Doch nur, wenn deine Leber noch keinen dauerhaften Schaden genommen hat.

Aus diesem Grund dauert es je nach Art der Erkrankung und Therapie unterschiedlich lange, bis sich die Leberwerte wieder normalisieren. Sogar Stress kann zu einer Fettleber führen. Achte deshalb unbedingt auf einen gesunden Lebensstil und versuche dich ausgewogen und fettarm zu ernähren. Auch Sport hilft, da du dabei Fett verbrennst.

Wie kann ich meine Leberwerte senken?

Leberwerte senken: Ernährung

Neben dem Alkoholverzicht gibt es auch andere Möglichkeiten, die Leberwerte zu senken. Vor allem die Ernährung spielt hier eine sehr große Rolle. So gibt es bestimmte Lebensmittel, die die Leberfunktion unterstützen und dabei mithelfen, dass der Leberwert sinkt. Zu diesen Lebensmittel gehören unter anderem:

  • Dunkle Schokolade
  • Kaffee
  • Fettarmes Fleisch bzw. fettarmer Fisch
  • Grapefruits
  • Rucola

Leberwerte senken: Hausmittel

Eine Ernährungsumstellung wirkt sich wie immer nur langsam auf den Körper aus, weshalb viele Menschen nach Hausmitteln im Internet suchen, um den Leberwert rascher zu senken. Dabei findet man einige Möglichkeiten, bei denen man allerdings keine Sicherheit dafür bekommt, ob diese auch tatsächlich funktionieren. Wir haben für euch trotzdem die Hausmittel zusammengesucht, die im Internet beschrieben werden:

  • Artischocken
  • Mariendistel (zum Beispiel in Form von Tee)
  • Salbei (ebenfalls in Form von Tee)
  • Heublume (zum Beispiel “Heublumenbad”)

Will man die Leber allerdings ernsthaft entlasten, so bleibt einem nichts anderes übrig, als auf Alkohol (und auch Drogen) strengstens zu verzichten. Ernährung und Hausmittel können diesen Prozess zwar etwas unterstützen, doch dauerhafte Senkung schafft man nur durch Alkohol- und Drogenverzicht.

Das solltest du bei zu hohen Leberwerten tun

Mit Ernährung und Hausmittel kannst du deine Leberwerte senken. Wir haben hier 4 konkrete Tipps für dich, was du bei zu hohen Leberwerten tun solltest. Denn wenn deine noch nicht zu stark Leber geschädigt ist, kann sie grundsätzlich wieder heilen. Du musst deine Leber aber dabei unterstützen. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin und halte dich strikt an die für dich vorgesehene Therapie.

Tipp 1: Achte auf eine ausgewogene Ernährung

Iss proteinreiche Mahlzeiten und greif öfter mal zum Vollkornbrot. Vergiss nicht, genug Obst und Gemüse zu essen, damit du genug Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine bekommst. Zu viel Zucker solltest du ebenfalls meiden.

Tipp 2: Verzichte auf Alkohol

Leidest du an einer Fettleber, solltest du keinen Alkohol mehr trinken. Wenn du jeden Tag Bier trinkst, schadest du deiner Gesundheit. Sind deine Werte aber mal erhöht, solltest du gänzlich die Finger von Alkohol lassen, damit sich deine Leber wieder erholen kann.

Tipp 3: Nimm Lebensmittel zu dir, die deiner Leber guttun

Es wird vermutet, dass Kaffee, in Maßen genossen, hilft, die Leberwerte zu senken. Wichtiger ist es jedoch, genügend Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Zu fettes Fleisch oder zu fetter Fisch solltest du vermeiden. Auch Artischocken oder Salbei soll helfen, die Leberwerte zu reduzieren. Ebenso sind Säfte aus frisch gepressten Früchten wie Zitronen oder Ananas gut für deine Leber.

Tipp 4: Mach ausreichend Sport

Eine negative Energiebilanz bedeutet, dass du mehr Fett verbrennst als du zu dir nimmst. Das kannst du perfekt durch Sport erreichen. Wenn du den ganzen Tag nur sitzt und dich auch noch schlecht ernährst, kann das zu einer Fettleber führen. Genügend Sport hilft dir, deine Leber fit zu halten.

Alkoholkrankheit über die Leberwerte feststellbar?

Die Diagnose Alkoholkrankheit kann alleine durch die Tests übrigens nicht gestellt werden. Dafür muss man weitere Faktoren wie das Auftreten etwaiger Entzugserscheinungen oder zwanghaftes Trinken berücksichtigen. Im Normalfall kann ein erfahrener Arzt eine Alkoholkrankheit bereits blickdiagnostisch erkennen. Moderne Tests geben Klarheit und weisen Alkohol im Blut noch Monate nach dem letzten Konsum nach.

Vor Gericht wird in der Regel von einem Abbau von 0,2 Prozent pro Stunden ausgegangen. Der Alkoholspiegel ist nicht nur anhand der Leberwerte festzustellen, sondern vor allem anhand der Enzyme, die beim Alkoholkonsum gebildet werden.

Weiterführende Links:

Bildquelle: Shidlovski / www.bigstock.com

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