Wie lange kann man mit Polyneuropathie leben?

Lerntafel Polyneuropathie

Der Verlauf und die Symptome von Polyneuropathie können höchst unterschiedlich sein. Betroffene wissen oft lange gar nicht, was mit ihnen los ist. Bei dieser Erkrankung des peripheren Nervensystems kommt es oft zu Missempfindungen, Kribbeln und tauben Gliedmaßen bis zu Lähmungserscheinungen, starken Schmerzen und Impotenz. Doch wie lange kann man mit Polyneuropathie leben?

Mit Polyneuropathie kannst du ganz normal lange leben

Zuerst die gute Nachricht: Wird die Krankheit bald genug erkannt, sind die meisten Symptome vollständig heilbar. Doch leider wird Polyneuropathie oft sehr spät erkannt oder die Ursache nicht gleich gefunden. Dann kann es zu irreversiblen Nervenschäden kommen. Trotzdem wird im Normalfall die Lebenserwartung dadurch nicht verkürzt. Du kannst also grundsätzlich mit Polyneuropathie ganz normal lange leben.

Je früher die Krankheit erkannt wird, umso besser kann dir dein Arzt oder deine Ärztin auch helfen. Eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten kann deine Symptome lindern und die Ursache der Krankheit beseitigen.

Was ist Polyneuropathie?

Deine Nerven sind dafür verantwortlich, dass du Schmerz, Wärme oder Kälte fühlen kannst. Dafür zieht sich ein Nervensystem durch deinen gesamten Körper. Wenn du an manchen Stellen aber Verletzungen an deinen Nerven hast, spricht man von Polyneuropathie.

In der Regel führen Entzündungsstellen an der äußeren Hülle der Nervenfasern zu Schäden. Dadurch kann es zu Durchblutungsstörungen kommen, weshalb Nervenfasern auch absterben können. Das führt dazu, dass der Nerv nicht mehr richtig funktioniert.

Diese Probleme an deinem peripheren Nervensystem spürst du vor allem in deinen Zehen, Fingern oder Beinen. Teilweise kann es vorkommen, dass du keine oder sehr starke Schmerzen verspürst. Dadurch ist es auch so schwierig, die Ursache für die Symptome zu finden.

Ursachen für Polyneuropathie

Sehr oft ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel an Polyneuropathie schuld. Mehr als die Hälfte aller Nervenschäden in Deutschland haben ihre Ursache in Diabetes.

Auch Alkoholiker und Alkoholikerinnen gehören zur Risikogruppe für Nervenschäden. Wer jeden Tag Bier trinkt, sollte aufpassen. Doch ebenso können Medikamente oder andere Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma Nervenschäden begünstigen oder sogar hervorrufen.

Es gibt Fälle, in denen ist Polyneuropathie erblich bedingt. Dann hast du eine angeborene Form, die du oft erst bemerkst, wenn du älter wirst.

Behandlungsformen von Polyneuropathie

Generell ist es wichtig, Symptome wie Taubheitsgefühle oder Schmerzen unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abzuklären. Es gibt sehr viele unterschiedliche Therapieformen, um Polyneuropathie zu bekämpfen. Sehr effektiv ist es, die Ursache zu finden und zu bekämpfen. Wenn du also Alkoholiker bist, musst du unbedingt mit dem Trinken aufhören.

Bei Schmerzen ist wahrscheinlich eine Schmerztherapie sinnvoll. Neben schmerzstillenden Medikamenten können dabei auch krampflösende Medikamente eingesetzt werden. Hierzu ist es förderlich, mit einem Schmerztherapeuten zu sprechen.

Wenn du durch Schmerzen in deiner Bewegung bereits eingeschränkt bist, kann eine physikalische Therapieform helfen. Dabei wird durch Elektrotherapien oder Gymnastik besonderes Augenmerk daraufgelegt, dass du trotz der Erkrankung so mobil wie möglich bleibst.

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